Historische Schusswaffen

Historische Waffen gehören ebenso zum Kulturgut der Menschen wie alte Gemälde, antike Möbel oder historische Automobile. Dieses Kulturgut gilt es zu bewahren und die damit verbundenen die technische  Entwicklungen und die damit verbundenen geschichtlichen Ereignisse zu dokumentieren.

Kaum eine Industrie hat im Verlauf der Geschichte mehr Innovationen hervorgebracht als die Waffen- und Rüstungsindustrie, die hierfür schon sehr früh intensive Forschung auf den Gebieten der Chemie, Physik, Metallurgie, Materialkunde, Bearbeitungstechniken, Ballistik usw. betrieb.

Mit dem Ende des Mittelalters änderte sich (bedingt durch die Weiterentwicklung der Feuerwaffen) auch die Art der Kriegsführung. Der Kampf Mann gegen Mann wurde nach und nach durch die Verwendung von Distanzwaffen überholt. Die Artillerie gewann auf dem offenen Schlachtfeld an Bedeutung.

Dies musste auch Friedrich der Große (Der Alte Fritz) schmerzlich erfahren. Er ignorierte, dass in den fast zwei Jahrzehnten zwischen dem Einmarsch in Schlesien 1740 und dem Fiasko von Kunersdorf 1759 insbesondere die österreichischen Waffenschmieden gewaltige Fortschritte in der Artillerietechnik gemacht hatten. 1768 stellte "der Alte Fritz" wehmütig fest: "In den ersten Kriegen entschieden nicht die Kanonen, sondern die Menschen den Sieg. Nun ist alles anders: Die Kanone macht alles, und die Infanterie kommt nicht mehr zum Kampf mit der blanken Waffe."

Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert änderte sich aber nicht nur der Einsatz von Waffen bei militärischen Konflikten, sondern auch bei persönlichen Auseinandersetzungen. Adlige und besser gestellte Bürgerliche verwendeten statt Blankwaffen (Degen) vermehrt Schusswaffen (Duellpistolen) bei Auseinandersetzungen.

Bis zur heutigen Zeit werden z.B. Staatsgästen reich verzierte Waffen als Geschenk überreicht. Manche besonders verzierte (gravierte) Waffen aus edlen Materialien sollen in erster Linie ästhetischen Ansprüchen genügen und sind vor allem als Kunstgegenstände zu sehen.

Ankauf von historischen Schusswaffen

In Nachlässen von Jägern, deutschen Adelshäusern und Offizieren befinden sich häufig neben antiken Blankwaffen (Säbel, Degen, Ehrendolche ... ) auch

  • Radschlossbüchsen / Radschlosspistolen
  • Musketen
  • Steinschlossgewehre / Steinschlosspistolen
  • Perkussionsgewehre / Perkussionspistolen
  • Duellpistolen
  • Vorderlader-Gewehre
  • usw.

Diese nicht waffenbesitzkartenpflichtigen Sammlerstücke (gerne auch Stücke von historisch bekannten Persönlichkeiten der damaligen Zeit) werden von uns gerne nach Schätzung vor Ort direkt in bar angekauft.

Wir kommen zu Ihnen, beraten Sie in allen Fragen rund um Ihren Nachlass und nehmen Ihnen gern die Sorge im Umgang mit diesem sensiblen Thema ab.

Vorderlader-Waffen

Das Luntenschloß war die erste mechanische Zündvorrichtung für eine Feuerwaffe und entstand bereits Ende des 15. Jhds. Damit war im Prinzip das erste „Gewehr“ entwickelt worden, mit dem man halbwegs gezielt und vor allen Dingen nach dem Willen des Schützen feuern konnte. Die Luntenmuskete blieb bis zum Ende des 17. Jhds die Feuerwaffe der Infanterie. Trotz anfänglicher Ablehnung durch führende Militärs, verdrängte sie nach und nach die Piken aus den Gefechtshaufen der Landsknechte. 

Das Luntenschloß war ein Fortschritt, aber es war umständlich zu handhaben. Die ersten Luntenmusketen wogen bis zu 20 kg und konnten nur mit einer Stützgabel abgefeuert werden. Erst um 1620 wurden sie erheblich leichter (5-6 kg) und die Stützgabel entfiel. Die Blütezeit der Luntenmusketen war der Dreißigjährige Krieg (1618-1648). In dieser Zeit wurden die Luntenmusketen in Massen hergestellt.

Neben der Muskete, gegebenenfalls noch mit Stützgabel, mußte der Musketier noch weitere Ausrüstungsgegenstände mit sich herumschleppen: Am Bandelier trug er die „zwölf Apostel“, Holzbüchschen mit Lederüberzug, (damit auf dem Marsch die Dinger nicht klapperten), die eine Ladung Pulver enthielten. Ferner am Bandelier den Luntenverberger, ein gelöchertes Döschen, in der die brennende Lunte transportiert wurde. Auf dem Marsch allerdings brannte nur bei jedem 10ten oder 20ten Landsknecht die Lunte. Ferner befanden sich am Bandelier der Kugelbeutel aus Leder und das Pulverin, eine kleine Pulverflasche für das feine Zündpulver. Am Gürtel dann noch die Pulverflasche mit Ersatzpulver zum Auffüllen der Büchschen.


Die ersten Radschloßwaffen sind Anfang bis Mitte des 16. Jhds. nachgewiesen. Bis zu diesem Zeitpunkt war das Luntenschloß als Zündung für die Musketen der Landsknechte gebräuchlich, blieb es auch bis zum Ende des 17. Jahrhunderts. So wurde das neue Radschloß auch eher für Jagd- und Prunkwaffen, als für militärische Zwecke verwendet.

Die Radschloßwaffen waren etwa zehnmal so teuer wie Luntenschloßgewehre. Für einen Landsknecht, der für seine Bewaffnung selbst sorgen mußte, unerschwinglich. Trotzdem gab es reiche Fürsten, die Ihre Leibgarde und die Wachmannschaften ihrer Burgen mit  Radschloßmusketen ausrüsteten, die teilweise sogar reich verziert waren.

Für Pistolen und Karabiner der Kavallerie bot sich die neue Erfindung der Radschloßwaffen geradezu an. Der Reiter mußte nicht mehr mit brennender Lunte in der linken Zügelhand durch die Gegend reiten. Die Waffe konnte geladen, mit aufgezogenem Radschloß mitgeführt werden. Weitgehendst von Wind und Wetter unabhängig, denn es lag ein Schieber über der Pfanne, der das Zündpulver schützte und erst kurz vor dem Schuß geöffnet wurde, teils von Hand, teils automatisch.


Die Linieninfanterie führte zur Zeit Friedrich II. als Hauptwaffe das glattläufige Bajonettgewehr, dessen schlechte Treffgenauigkeit dadurch wettgemacht wurde, daß die entsprechend den Regeln der Lineartaktik manövrierenden Bataillone schnell aufeinanderfolgende Salven schossen und damit viel Blei in kurzer Zeit an den Gegner brachten.

Die Jäger führten (zumindest bis 1760) generell Büchsen. Diese waren aufgrund ihres gezogenen Laufs zum Präzisionsschuss geeignet, ihre hohe Treffgenauigkeit musste jedoch durch einen zeitraubenden Ladevorgang erkauft werden. Da das Büchsenschießen fundierte Kenntnisse im Umgang mit dieser Waffe voraussetzte, rekrutierten sich die Jägereinheiten zum größten Teil aus einheimischen Forstleuten, die an den Umgang mit der Büchse berufsbedingt gewöhnt waren, und die auch ihre eigenen „Pirschbüchsen“ im Regelfall zur Truppe mitbrachten, wofür sie vom Staat eine Entschädigung erhielten. Daraus folgt, daß man von einer speziellen „preußischen Jägerbüchse“, die ordonnanzmäßigen Normen entsprochen hätte, zu diesem Zeitpunkt noch nicht sprechen kann. 1760 erhielten 2/3 der Mannschaft der Jägereinheiten statt der Büchsen gezogene Schützengewehre mit Bajonett.


Quelle: waffensammler-kuratorium

historische Luftgewehre

 

In diesem Zusammenhang suchen wir natürlich nicht nur die o.g. Gegenstände.

Gibt es noch weitere Ausrüstungsgegenstände / Uniformteile / Abzeichen ... gibt es Papiere,  Urkunden, Fotos oder Fotoalben?

Wir freuen uns auf Ihr Angebot.

Haben Sie Fotos von Ihren Waffen? Schicken Sie Ihre Fotos bitte direkt an militaermuseum(at)gmx.de

oder rufen Sie uns an: Tel.: 02623 95 17 31

weitere Rubriken